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UPV AKTUELL UND PRESSEMITTEILUNGEN

Studiengebühren: Zeit für einen neuen Aufbruch

Dass die Politik das Thema wieder aufgreift, gibt Anlass zur Hoffnung.

Bernhard Keppler  (Die Presse)

Es wird wieder geredet über Studiengebühren. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner schnitt das Thema in einem „Presse“-Interview an und überraschenderweise zeigte sich Bundeskanzler Christian Kern prinzipiell gesprächsbereit. Im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten ist dies bereits ein großer Fortschritt.

Bei etwa drei Mrd., die die Universitäten jährlich kosten – zusätzlicher Bedarf nicht eingerechnet –, können mäßige Studiengebühren sicher nur einen Beitrag zur Gesamtfinanzierung leisten, der bei den öffentlichen Mitteln nicht wieder abgezogen werden darf.

Ein Kompromiss, der auch den Koalitionspartner zufriedenstellen könnte, wäre die Verwendung auch für ein Stipendiensystem, das wirklich Bedürftigen eine kostendeckende, leistungsabhängige Finanzierung ihrer Lebenshaltung während des Studiums ermöglicht. Dies würde auch die immer wieder beschworene Durchlässigkeit für ärmere Schichten fördern und ein bedeutendes intellektuelles und ökonomisches Potenzial in unserer Gesellschaft heben.

Parallel dazu müsste sich aber die Studiensituation selbst ändern. Was nützt ein Stipendium oder bezahlte Studiengebühren, wenn man auf völlig überfüllte Universitäten trifft, die ein sinnvolles Studieren nur begrenzt zulassen. Eine Regulierung des Zugangs zum Studium könnte man bedenkenlos den Universitäten in Konkurrenz überlassen.

Unzufriedene Absolventen

Die Steigerung nur um der Zahl willen führt bei vielen Absolventen, die in anderen Bereichen Hervorragendes leisten könnten, zu Unzufriedenheit. Die gesellschaftliche Wertschätzung nicht akademischer Bereiche ist in unserem Land noch erheblich unterentwickelt. Es müssen in den dreijährigen Leistungsvereinbarungen des Ministeriums mit den Universitäten Anreize geschaffen werden, um qualifizierte Absolventen zu produzieren, die mit einem adäquaten Gehaltsniveau in Wirtschaft und Gesellschaft unterkommen.

Der Philosoph als Manager

Bei budgetärer Steuerung über Absolventen könnten die Universitäten eigenverantwortlich die Studierendenströme durch Motivation und eingeforderte Leistung in die geeignete Richtung lenken und berufliche Sackgassen vermeiden. Doch müssen gewisse Reserven für kleinere Fächer und für neue innovative Entwicklungen vorgesehen sein, die sich noch nicht oder nicht immer direkt in berufliche Zufriedenheit und in erfolgreiche Absolventenstatistiken umsetzen lassen.

Ob die berufliche Tätigkeit dann im herkömmlichen Sinn der Ausbildung entspricht, ist unerheblich, denn schon mancher Philosoph hat sich für Managementaufgaben qualifiziert etc. Für alle Fächer, die zu beruflichem Erfolg und dem Gefühl, dafür berufen zu sein, führen, wäre es unbedingt notwendig, auch die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Mit zusätzlichen Studiengebühren kann dies nicht ausschließlich finanziert werden. Unabhängig davon, dass die oben erwähnte absolventengesteuerte Strategie der Zugangsregulierung zu Entlastungseffekten führen wird, muss auch in Fächer, bei denen ein Bedarf an Absolventen einer ungenügenden Ausstattung gegenübersteht, erheblich investiert werden. Ich sehe in meinem Fach jährlich 700 Anfänger 160 Laborplätzen gegenüberstehen, obwohl dringend mehr Absolventen gesucht werden.

Solche Investitionen lassen sich dann unter neuen Rahmenbedingungen auch in Konkurrenz zu anderen Budgetposten im Haushaltsplan besser argumentieren, zumal es ja auch von höchster Stelle „intellektuell begriffen“ wurde.

O. Univ.-Prof. Dr. Dr. Bernhard Keppler ist Dekan der Fakultät für Chemie der Universität Wien und Präsident des Österreichischen UniversitätsprofessorInnenverbands (UPV)


E-Mails an: debatte@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2016)

Welche Ressourcen brauchen Universitäten und ForscherInnen?
ÖSTERREICH, DEUTSCHLAND UND SCHWEIZ
IM VERGLEICH

 

►PROGRAMM

 

 

öfffentliche Veranstaltung
im Rahmen der TRILATERALEN  TAGUNG

ÖSTERREICHISCHER UNIVERSITÄTSPROFESSOR/INNENVERBAND (UPV)
DEUTSCHER HOCHSCHULVERBAND (DHV)
VEREINIGUNG
SCHWEIZERISCHE HOCHSCHULDOZIERENDE (VSH)

 

FREITAG 4.NOVEMBER  2016
GROSSER FESTSAAL DER UNIVERSITÄT WIEN
UNIVERSITÄTSRING 1

 

Gemeinsame Erklärung des Deutschen Hochschulverbandes,
der Vereinigung Schweizerischer Hochschuldozenten und
des Österreichischen Universitätsprofessorenverbandes

22.-25. Oktober 2015 - TRILATERALE TAGUNG DER DREI HOCHSCHULVERBÄNDE

UPV, DHV und VSH fordern verlässliche Karrierewege für die besten Nachwuchswissenschaftler

Stellungnahme zum Entwurf des Bundesgesetzes,
mit dem das Universitätsgesetz 2002 geändert werden soll

-19. August 2015 -Stellungnahme des UPV

Wissenschaftlicher Nachwuchs an den Universitäten - Zukunft für Gesellschaft und Wirtschaft

Vortrag und Podiumsdiskussion am 22. Juni, Sky Lounge, Oskar Morgenternplatz1

Besprechung des UPV Präsidiums mit allen Wissenschaftssprechern der sechs im Parlament vertretenen Parteien

-17. März 2015 - Universität Wien
Entwicklung der Universitäten

Diskussionsveranstaltung des Universitätsprofessorenverbandes mit BMWFW

13. Oktober 2014-
Präsidium, Delegierte und Rektor Engl diskutierten mit  Staatssekretär Mahrer und Sektionschef Pichl universitätspolitische Zukunftsthemen

Gemeinsame Erklärung des Deutschen Hochschulverbandes,
der Vereinigung Schweizerischer Hochschuldozenten und
des Österreichischen Universitätsprofessorenverbandes

- 10. Oktober 2014 - Dreiländertreffen

Treffen der Delegierten der Universitäten Wiens und der Bundesländer

-13.10.2014- Delegiertenversammlung im Senatsaal der Universität Wien

Schreiben and Kanzler und Vizekanzler

17. Dezember 2013 -
Reaktion des UPV auf Wegfall eines eigenständigen Wissenschaftsministeriums

Wissenschaft und Forschung: Österreichs Zukunft !!

-11.Oktober 2012-
Der UPV fordert ein eigenständiges, gestärktes Ministerium für Wissenschaft und Forschung

Stellungnahme des UPV zur
Verordnung über die Zulassung zum Doktoratsstudium für Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschul-Masterstudiengängen

-14. Oktober 2013

Trilaterales-Treffen-in-Wien

- 10.- 12. Oktober - Gemeinsame Erklärung der 3 Hochschulverbände

Tagung-PaedagogInnenbildung

-11.Oktober 2013 , im Rahmen des Dreiländertreffens

Novellierung-des-UG02-und-des-Hochschul-Qualitätssicherungsgesetzes

3.Mai 2013 - Stellungnahme-des-UPV

gemeinsame-Presseerkl-rung--VON-UPV--DHV-UND-VSH

- 31. Oktober 2012 - Dreiländertreffen

BM Töchterle diskutiert mit UPV

- 15. Oktober 2012 - BM Töchterle diskutiert mit UPV

DHV, VSH und UPV würdigen die großen Verdienste von Rektor Georg Winckler um das Wohl der Europäischen Universitäten, vor allem während seiner Präsidentschaft in der Europäischen University Association (EUA)

 - 29. September 2011 - Zürich

Die-Bildung-in-den-Zeiten-der-Cholera

- 22. Juli 2010 - Der Standart

Bolognareform noch nicht am Ziel

15. November 2010 Zürich/Wien/Bonn,

Faculty Modell: Vorsicht vor Etikettenschwindel

- 21.Mai 2010 - Offener Brief an BM Karl

Konstruktive-Debatte-des-UPV-mit-der-Ministerin

19. Februar 2010 - Diskussionveranstaltung mit BM Karl

Gemeinsame Erklärung des Deutschen Hochschulverbandes,
der Vereinigung Schweizerischer Hochschuldozenten und
des Österreichischen Universitätsprofessorenverbandes

-19. Oktober 2009- UPV, DHV und VSH fordern wissenschaftsadäquate Universitätsorganisation

Das Universitäts-Änderungsgesetz unterstützt nicht Qualität und Leistung an den Universitäten!

-25. Juni 2009- letzter Kommentar zu Universitäts-Änderungsgeset

Minister Hahn zeigt Verständnis für die Lage der Forschungsförderung - Verband der UniversitätsprofessorInnen kritisch zu UNI KV

 - 5. März 2009- Diskussionsveranstaltung mit BM Hahn in Univ Wien

VORSICHTIGER OPTIMISMUS BEIM UNIVERSITÄTSBUDGET! ABER WO BLEIBT DIE FORSCHUNGSFÖRDERUNG?

-23.Jänner 2009- UPV zum Universitätsbudget

Uni-Budget: Professoren vorsichtig optimistisch

-24.Jänner 2008-  APA / Austria Presse Agentur

Stellungnahme des Verbandes der
Österreichischen Universitätsprofessorinnen und -professoren
zum Universitätsrechts-Änderungsgesetz

-13.August 2008- Zum Universitätsrechts Änderungsgesetz

Positive Entwicklungsmöglichkeiten in der UG Reform

-13.Juni 2008- Stellungnahme: Der UPV sieht positive Entwicklungsmöglichkeiten in der UG Reform

Stellungnahme: Offener Brief an BM Dr. Johannes Hahn

-6.Juni 2008-  Sehr geehrter Herr Bundesminister Dr. Johannes Hahn, ...

Pressemitteilung: Novelle des Universitätsgesetzes - ein Schritt zurück"

-8.Mai 2008-   Im Zuge der Novelle des Universitätsgesetzes - der Regierungsentwurf wird zurzeit formuliert - gibt es massive Gruppeninteressen ...

Gemeinsame Erklärung des Deutschen Hochschulverbandes,
der Vereinigung Schweizerischer Hochschuldozenten und
des Österreichischen Universitätsprofessorenverbandes

 -1.Oktober 2007-  Universitäre Forschung und Lehre müssen wettbewerbsfähig bleiben!

Stellungnahme des Universitätsprofessorenverbandes zur Weiterentwicklung des Universitätsgesetzes 2002

-13.Juli 2007-   UPV zur Weiterentwicklung des UG


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