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(DIE PRESSE) ZUR FESTVERANSTALTUNG DES UPV AM 20.11.2007

WIEN (ewi). Bernhard Keppler, Vorsitzender des Verbandes der Universitätsprofessoren (upv), greift die „Forderung“ von Wissenschaftsminister Johannes Hahn nach einem Nobelpreisträger in den nächsten zehn Jahren (Hahn am 11. Oktober) auf. „Wir wollen sie“, sagt der upv-Chef, „aber Nobelpreisträger fallen nicht vom Himmel, sie wachsen vielmehr nur auf dem richtigen Humus.“ Eine Voraussetzung für diesen Humus sei eine weiter steigende Finanzierung der Universitäten und der Forschung. Und außerdem müsse man Forscher zumindest teilweise von anderen Verpflichtungen entlasten.

Neben diesem Plädoyer für die Spitzenforschung stand bei der Festveranstaltung der Universitätsprofessoren am vergangenen Dienstag das Universitätsgesetz 2002 (UG 02) im Mittelpunkt. Keppler hob die Vorteile des ursprünglich umstrittenen Gesetzes hervor, so etwa den nun möglichen Wettstreit der Universitäten. „Die gelebte Praxis hat aber auch gewisse Mängel gezeigt wie die Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Senat, Rektorat und Uni-Rat sowie den administrativen Aufwand bei Berufungs- und Habilitationsverfahren.“ Dies sollte bei der 2008 geplanten Novellierung bereinigt werden.

Österreich für Finnland Vorbild
Die Kompetenzprobleme der drei obersten Leitungsorgane der Universitäten sind auch für Georg Winckler, Rektor der Uni Wien, Thema einer Gesetzesnovelle. Das Zusammenspiel funktioniere nur gut, so lange auch eine Bereitschaft dieser Gremien zur Zusammenarbeit bestehe. Das UG 2002 finde aber in Europa „sehr große Beachtung“, sagt Winckler, der als Präsident der Europäischen Rektorenkonferenz zu zahlreichen Vorträgen über das österreichische Uni-Gesetz eingeladen wird. So habe auch das finnische Parlament über das UG 2002 diskutiert, „und die finnische Rektorenkonferenz will jetzt bei ihrer Hochschulreform den österreichischen Weg gehen“.

Auch Bernhard Kempen, Chef des Deutschen Hochschulverbands und als Gast bei der upv-Veranstaltung, beneidet Österreich um sein Uni-Gesetz. „Wir haben 16 Bundesländer und 16 Hochschulgesetze mit 16 Modellen, die sich voneinander fortbewegen“, so Kempen. Das größte Problem in Deutschland sei die Unterfinanzierung in den Gehaltsschemata der Uni-Lehrer. Außerdem müsste „das massive Nord-Süd-Gefälle und gleichzeitig das Ost-West-Gefälle“ überwunden werden.

Mitbestimmungsfragen sind in Deutschland kein Thema mehr, sagt Bernhard Kempen . „Das Thema Drittelparität liegt 30 Jahre zurück.“ Seitdem das Bundesverfassungsgericht entschieden hätte, dass Professoren bei Angelegenheiten der Lehre und der Forschung über die Mehrheit verfügen müssen, gebe es auch keine Streitereien darüber.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2007)
 


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